Warenkorb
Ihr Warenkorb ist derzeit leer.
Shop Login
Newsletter
Kleine Lederkunde
Geschichte des Leders
Bereits die Urvölker wussten, dass die Tierhäute, die Ihnen als Bekleidung dienten, mittels Einreiben mit Fett haltbar und weich werden. Nach dem der Mensch gelernt hatte, sich das Feuer nutzbar zu machen und seine Höhlenausgänge mit abgezogenen Tierhäuten behängte, fiel Ihm die konservierende und gerbende Wirkung des Rauches auf.
Von den Tataren ist bekannt, dass sie Büffelhäute durch eine Rauchgerbung haltbar machten.
Marco Polo(1270 n.Chr.) erzählt über seine Reise in Zentralasien, dass dieses Reitervolk Lederflaschen an ihren Pferden hängend mitfführten, die aus gekochtem Leder hergestellt waren.
Von den Indianern aus dem norden Amerikas ist bekannt, dass ihre Mokassins(Indianerschuhe) aus fettgarem Leder bestanden, dass feucht am Fuss passend wurde und beim Trocknen dessen Form annahm. Die Kanus der Indianer bestanden fast auschließlich aus Leder auf Spanten. Ein ungefähr dreitausend Jahre alter Zeremonienmantel aus gegerbter Gazellenhaut, ist heute in einem Museum in Boston/USA.
Welchen hohen Stand die Gerbkunst schon sehr früh hatte, beweist eine babylonische Steintafel aus der Zeit um 720 vor Christus. Sie enthält das früheste, uns überlieferte Gerbrezept. Die heute noch bekannten marokkanischen Lederarbeiten wurden von den Arabern nach Spanien gebracht und während der dort entwickelten Hochkultur mit Holzmodeln reich verziehrt(Cordobar-Leder).
Die Juden übernahmen verschiede Gerbmethoden von den Ägyptern und entwickelten eine erstmal eine Art gewerbeamtliche Vorschrift für das Gerbereigewerbe.Die Griechen und Römer brachten die im Orient über Jahrhunderter hinweg geheimgehaltene Alaungerbung,die älteste basische Mineralgerbung, nach Europa.
Kaum unterscheiden sie sich die einzelnen Gerbverfahren des Mittelalters von denen des Altertums. Die ersten wirklichen Fortschritte in der Ledererzeugung wurden im 19. Jahrhundert gemacht. Und zwar mit der Einführung von Gerbeextrakten aus England und der Verwendung von Gerbfässern.
Die Entwicklung der Mineralgerbung, besonders die Erfindung der Chromgerbung 1858 durch KNAPP, EITNER und DENNIS hat anschließend die Grundlage für eine Industrialisierung der bis dahin rein handwerkllich betriebenen Lederherstellung geschaffen.
Im Jahr 1860 wurde erstmalig Schwefelnatrium als Haarlockerungsmittel und 1912 erstmalig synthetischer Gerbstoff verwendet. Es geht bei der Ledererzeugung darum, im nassen Zustand leichtverderbliche fäulnisfähige, und im trockenen Zustand brechende Tierhaut mit Gerbstoffen chemisch umzuwandeln und durch besondere Zurichtsverfahren widerstandsfähig zu machen.
Was ist Leder?
Leder ist einer der ältesten Werkstoffe, die der Mensch verwendet.
Es ist ein Naturprodukt: Die gegerbte Haut von Rind, Kalb, Ziege, Schaf, Schwein, Reptilien, Vögeln usw.
„Von der Rohhaut zum Leder“
Für die Qualität des Leders sind die Lebensbedingungen der Tiere entscheidend, die für die spätere Lederfertigung liefern. Die Beschaffenheit der Rohhaut ist für seine spätere Verwendung von wichtiger Bedeutung.
Es kann nicht jede Haut für verschiedenen Zwecken benutzt werden.
Damit aus einer Rohhaut ein Lederprodukt wird, vergehen mehrere Monate.
Hierfür ist das Ergebnis immer einzigartig und es ist unverwechselbar.
Zunächst wird die Haut konserviert, d. h. ihr wird das Wasser durch Trocknen und Salzen entzogen. Dadurch wird verhindert, dass Bakterien sie zerstören.
Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, kommt die Haut in die Gerberei.
Durch Bearbeitung mit Wasser wird die Haut wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Diese Bearbeitung macht die Haut wieder weich.
Die Wässerung geschieht in Gruben, Fässer und Trommeln, wobei das Wasser laufend ersetzt wird. Dieses Verfahren kann zwischen acht Stunden und vier Tagen dauern.
Im Anschluss hierzu wird die Hautoberfläche behandelt, d. h. die Haut wird von ihrer Behaarung befreit.
Anschließend folgt die Eignung.
Was soll aus der Haut gefertigt werden?
Die Haut wird mithilfe hochmoderner Maschinen gespalten.
Horizontal verlaufende große Messer zerlegen die Haut in mehrere Schichten.
Der Fachkundige erkennt, aus welchen Teilen später Taschen, Schuhe, Gürtel, Handschuhe und andere Gebrauchsgegenstände gefertigt werden kann.
Die Reißfestigkeit der einzelnen Lagen ist unterschiedlich, und es entscheidet über die zukünftige Anwendung.
Die verschiedenen Eigenschaften und verschiedenes Aussehen von Leder wird durch die verschiedenen Gerbmittel erreicht.
Es ist zu unterscheiden zwischen organischen und mineralischen Gerbmitteln.
Bei der organischen Gerbung (Lohgerbung) werden die Gerbmittel aus den gemahlenen Hölzern, Rinden, Blättern und aus Früchten von Pflanzen gewonnen, wie z.B. der Eiche, der Kastanie und dem Sumachstrauch.
Die Häute werden mehrere Monate, bis zur 12 Monaten, in Lohgruben, später in rotierenden
Fässern gegerbt, die mit der Lohbrühe gefüllt sind.
Diese sind für Täschnerleder, Sattlerleder, Schuhleder, Portefeuilles interessant.